Die Koffer sind gepackt, die Route ist geplant – und die Vorfreude auf den Urlaub ist groß. Wer mit dem Auto in den Sommer startet, sollte sich aber kurz Zeit nehmen: Einige Regeln haben sich seit 2024 geändert, und auch das eigene Fahrzeug verdient vor der großen Fahrt einen kurzen Check. Wir haben alles zusammengestellt – von neuen Verkehrsregeln in beliebten Urlaubsländern bis zu Tipps für Hitze, Tanken und Sicherheit.
1. Fahrzeugcheck vor der Abfahrt
Bevor es losgeht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die wichtigsten Punkte:
Reifendruck: Im Sommer dehnt sich die Luft in den Reifen aus. Den Druck immer am kalten Reifen prüfen – am besten morgens oder nach kurzem Standort. Die richtigen Werte stehen im Fahrzeughandbuch oder auf dem Aufkleber an der Fahrertür. Nie Luft aus warmen Reifen ablassen – der Wert wäre verfälscht. Die Profiltiefe sollte für Urlaubsfahrten mindestens 3 mm betragen.
Flüssigkeiten: Motoröl, Kühlwasser, Bremsflüssigkeit und Scheibenwaschwasser auf Niveau prüfen. Bei Dauerbelastung auf der Autobahn steigen die Temperaturen im Motorraum erheblich – zu wenig Kühlwasser oder Öl kann schnell zu ernstem Schaden führen.
Batterie: Hitze belastet Autobatterien genauso wie Kälte. Eine schwächelnde Batterie kann genau dann ausfallen, wenn man sie am dringendsten braucht. Batterie vor dem Urlaub prüfen lassen – das dauert wenige Minuten.
Klimaanlage: Kühlt die Anlage nicht mehr richtig oder riecht sie beim Einschalten unangenehm, ist ein Klimaservice fällig. In den Verdampfern können sich Bakterien und Schimmel ansiedeln, die mit der Luft im Innenraum verteilt werden – ein echtes Gesundheitsrisiko.
Scheibenwischer: Wischer werden im Sommer oft monatelang nicht gebraucht – und versagen dann bei starkem Sommerregen. Kurz prüfen, ob sie noch sauber wischen.
→ Wer auf Nummer sicher gehen möchte: Einfach einen Sicherheitscheck bei einem unserer Partner vereinbaren. Dort werden alle Punkte auf einmal geprüft.
2. Vorsicht beim Einsteigen: heiße Oberflächen
Was viele nicht auf dem Radar haben: Lenkrad, Gurtschlösser und Kindersitze können sich bei direkter Sonneneinstrahlung auf bis zu 80 Grad aufheizen. Berühren ohne Nachdenken kann Verbrennungen verursachen – besonders bei kleinen Kindern.
Empfehlung: Vor dem Einsteigen kurz lüften, eine Sonnenschutzfolie für die Windschutzscheibe hält die Temperaturen deutlich niedriger. Kindersitz mit einem hellen Tuch abdecken, wenn das Auto in der Sonne steht.
Empfindliche Gegenstände nicht im Auto lassen: Handys, Feuerzeuge und Getränkedosen unter Druck gehören nicht ins geparkte Fahrzeug. Die Hitze kann Akkus dauerhaft schädigen – im schlimmsten Fall besteht Brandgefahr.
3. Kleidung und Schuhwerk
Flip-Flops am Steuer sind eine echte Gefahr und nicht zu unterschätzen. Man rutscht leicht ab oder verhakt sich zwischen den Pedalen. Passiert dabei ein Unfall, kann das als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden. Für die Fahrt gilt: festes Schuhwerk, das den Fuß sicher auf dem Pedal hält. Für die Fahrt vom Strand in die Unterkunft ruhig ein Paar feste Schuhe im Auto verstauen und auf Nummer sicher gehen.
4. Gepäck richtig verstauen
Überladen Sie das Fahrzeug nicht. Je mehr Gewicht transportiert wird, desto länger wird der Bremsweg und desto höher ist auch der Kraftstoffverbrauch. Schwere Gepäckstücke zuerst einladen, damit sie ganz unten liegen. Wer unsicher ist: einfach abwiegen.
5. Ausreichend trinken und Pausen einplanen
Im Sommer schwitzt man auch beim ruhigen Fahren mehr als man denkt. Bereits leichter Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt Konzentration und Reaktionsvermögen spürbar. Empfehlung: mindestens 0,5 Liter Wasser pro Stunde bei großer Hitze – auch wenn kein Durst verspürt wird. Wasserflaschen griffbereit mitnehmen und am besten in einer Kühltasche transportieren.
Hitze ermüdet zudem schneller als viele glauben. Empfohlene Pausenstruktur für lange Strecken:
- Nach 1 Stunde: 5 Minuten Pause
- Nach 3 Stunden: 10 Minuten Pause
- Nach 5 Stunden: 20 Minuten Pause
- Nach 7 Stunden: 1 Stunde Pause
Für Fahrten, die länger dauern, empfehlen wir Ihnen eine Übernachtung einzuplanen.
Pausen nicht im stehenden Auto verbringen. Stattdessen rausgehen, strecken, Schatten suchen. Wer Schwindel, Kopfschmerzen oder Erschöpfung bemerkt: sofort anhalten.
Optimale Abfahrtszeit: Die heißesten Stunden liegen meist zwischen 13 und 17 Uhr. Wer flexibel ist, startet lieber früh morgens oder nach dem Abendessen.
6. Kinder und Tiere nie alleine im Auto lassen
Ein geparktes Auto heizt sich in der Sonne extrem schnell auf. Bereits bei 20 Grad Außentemperatur kann die Innentemperatur innerhalb von 10 Minuten auf über 40 Grad steigen. Bei 30 Grad sind es binnen kurzer Zeit 50 Grad und mehr. Für Babys und Kleinkinder, deren Körper Wärme deutlich schlechter abführen kann als der eines Erwachsenen, ist das lebensgefährlich.
„Ich bin nur kurz weg“ reicht nicht. Kinder und Tiere immer mitnehmen.
Hitzschlag beim Kind erkennen: Hochroter Kopf, gerötete und heiße Haut, schnelle flache Atmung, Körpertemperatur über 40 Grad, im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit. Bei diesen Anzeichen sofort Notruf 112 wählen. Bis der Rettungsdienst eintrifft: Kind in den Schatten bringen, Kleidung lockern, mit lauwarmem Wasser kühlen, bei Bewusstsein vorsichtig zu trinken anbieten.
Entdecken Sie ein Kind oder Tier in einem heißen geparkten Auto: Notruf 112 – und im Zweifel die Scheibe einschlagen. Das ist in dieser Situation rechtlich gerechtfertigt.
7. Nicht bis zum Rand volltanken
Bei großer Hitze den Tank nicht randvoll füllen. Benzin und Diesel dehnen sich bei hohen Temperaturen aus. Wenn der Zapfhahn automatisch stoppt, reicht das aus.
8. Neue Regeln im Ausland
Spanien – kein Warndreieck mehr bei Mietwagen: Für in Spanien zugelassene Fahrzeuge ist das Warndreieck bei Pannen auf Autobahnen seit 2026 durch ein GPS-vernetztes V16-Blinklicht ersetzt worden. Für deutsche Urlauber mit eigenem Fahrzeug ändert sich nichts – wer jedoch einen Mietwagen nutzt, sollte sich beim Abholen zeigen lassen, wie das Blinklicht funktioniert. Der Verleih ist zur Ausstattung verpflichtet.
Italien – Maut-Erstattung bei Stau: Seit 1. Juni 2026 gibt es in Italien eine neue Regelung: Wer auf einer mautpflichtigen Autobahn wegen einer Baustelle erheblich länger unterwegs ist als normal, kann einen Teil der Maut zurückfordern. Bei 60–119 Minuten Verzögerung gibt es 50 Prozent zurück, bei 120–179 Minuten 75 Prozent und ab drei Stunden die volle Maut. Wichtig: Die Regelung gilt nur bei baustellenbedingten Staus – Verzögerungen durch Unfälle, Unwetter oder Rettungseinsätze sind ausgenommen. Für ausländische Fahrzeughalter ist die Beantragung zudem noch nicht abschließend geregelt und zum Teil umständlich. Mautquittungen dennoch sorgfältig aufbewahren.
Italien – deutlich höhere Bußgelder seit Dezember 2024: Geschwindigkeitsverstöße ab 10 km/h kosten bis zu 700 Euro, ein Handyverstoß am Steuer 1.000 Euro (bei Wiederholung bis zu 1.400 Euro). Alkoholverstöße können bis zu 4.000 Euro oder Freiheitsstrafen nach sich ziehen.
Niederlande – höhere Bußgelder: Tempoverstöße ab 20 km/h kosten mindestens 100 Euro. Wer mehr als 30 km/h zu schnell fährt, zahlt zwischen 350 und 700 Euro und riskiert einen 60-tägigen Führerscheinentzug.
Österreich – Vignette: Die österreichische Jahresvignette 2026 trägt die Farbe Feuerrot und kostet für Pkw 106,80 Euro. Die Zehntagesvignette kostet 12,80 Euro.
Wichtig: Im Internet gibt es zahlreiche nicht autorisierte Anbieter, die teils hohe Aufschläge verlangen. Vignette ausschließlich über den offiziellen ASFINAG-Mautshop kaufen: Beim Online-Kauf der Jahres- oder 2-Monats-Vignette als Privatperson gilt eine 18-tägige Wartefrist – wer die Vignette sofort benötigt, kann beim Kauf aktiv auf das Rücktrittsrecht verzichten oder sie direkt an einer Verkaufsstelle kaufen (Tankstelle, Trafik, ADAC, ÖAMTC) – dort ist sie sofort gültig.
Übrigens: Ab 1. Dezember 2026 gibt es nur noch die digitale Vignette – die Klebevignette wird abgeschafft.
Österreich – E-Auto-Vorteil auf bestimmten Strecken: Auf bestimmten Autobahnabschnitten gilt in Österreich wegen des Immissionsschutzgesetzes Luft (IG-L) ein Tempolimit von 100 km/h, der sogenannte „Luft-Hunderter“. Elektrofahrzeuge sind davon ausgenommen und dürfen dort die regulären 130 km/h fahren. Das gilt auch für deutsche E-Autos mit E-Kennzeichen, aber nur für reine Elektrofahrzeuge, nicht für Plug-in-Hybride. Betroffen sind vor allem Abschnitte der A12 Inntalautobahn (Kufstein bis Zirl, ca. 90 km).
Achtung: Das IG-L-Schild sieht aus wie ein normales Tempo-100-Schild, hat aber einen deutlich höheren Strafrahmen – bis zu fünffach höhere Bußgelder, die auch in Deutschland vollstreckt werden. Seit dem 26. Mai 2026 gilt zudem auf einem A2-Abschnitt bei Feldkirchen Tempo 100 nach StVO, dort müssen auch E-Autos langsamer fahren.
9. Warnweste – für alle Insassen empfohlen
In Europa gibt es keine einheitliche Regelung zur Warnwestenpflicht, wobei in Deutschland mindestens eine Warnweste mitgeführt werden muss. In vielen anderen Ländern, darunter Frankreich, Österreich, Spanien und die meisten osteuropäischen Länder, gilt eine Trage- oder Mitführpflicht. In Frankreich müssen bei Panne oder Unfall alle Insassen, die die Fahrbahn betreten, eine Warnweste anlegen.
Empfehlung: Für jeden Mitfahrer eine Warnweste mitnehmen, das deckt alle Länder ab und kostet wenig.
10. Tanken im Ausland
In Frankreich und den Niederlanden sind viele Tankstellen unbemannt und rund um die Uhr geöffnet. Dort ist ausschließlich eine Zahlung mit Karte möglich. In vielen Ländern muss die Karte vor dem Tankvorgang am Automaten eingeführt werden. Aber Achtung, nicht alle Tankstellen im Ausland akzeptieren jedoch Karten, deshalb immer auch etwas Bargeld in der Landeswährung mitführen.
Außerdem: Die Bezeichnungen für Benzin und Diesel unterscheiden sich von Land zu Land. In Spanien und Portugal heißt Benzin „Gasolina“ und Diesel „Gasoleo“. Eine Verwechslung kann teuer werden. Im Zweifel auf die EU-weit einheitlichen Kraftstoffsymbole an der Zapfsäule achten.
11. Reisedokumente und grüne Versicherungskarte
In den meisten EU-Ländern muss die grüne Versicherungskarte nicht mehr mitgeführt werden. Für einige osteuropäische Länder und die Türkei wird sie jedoch weiterhin empfohlen. Prüfen Sie alle Reisedokumente vor Abfahrt auf Gültigkeit.
12. HU/AU nicht vergessen
Die Hauptuntersuchung kann nur in Deutschland abgenommen werden. Im Ausland drohen keine Strafen für eine überzogene HU, aber nach der Rückkehr gilt: je länger man wartet, desto höher das Bußgeld und vielleicht sogar Punkte in Flensburg. Einen Termin am besten direkt nach dem Urlaub einplanen oder vorher noch schnell einen HU/AU-Vorab-Check machen lassen.
Fazit: Gut vorbereitet ist halb angekommen
Die meisten Probleme auf Urlaubsfahrten lassen sich mit ein bisschen Vorbereitung vermeiden. Ein kurzer Werkstattcheck vor der Abfahrt, ein Blick auf die aktuellen Regeln im Reiseland und genug Wasser an Bord – dann steht einem entspannten Urlaub nichts im Weg.
Jetzt Termin vereinbaren – und sorgenfrei in den Sommer starten.
→ Sicherheits-Check · Klimaservice · Reifenservice · Batteriecheck
Gute Fahrt und einen schönen Urlaub – von Ihrem die autowerkstatt Team.
Foto: Ki-Hinweis. Das Beitragsbild wurde mit Google Gemini erstellt
